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title: "Technische Beschneiung | Klewenalp-Stockhütte"
url: "https://www.klewenalp.ch/bauprojekte/technische-beschneiung"
description: "Technische Beschneiung auf der Klewenalp."
language: "de"
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**Projekt Technische Beschneiung**
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**Das Herzstück der Investitionen - denn, wenn der Schnee fehlt, fehlt der Umsatz!**

 

**Diese Investition wirkt unmittelbar risikomindernd und stabilisierend auf die Ertragsbasis. Die technische Beschneiung ist das zentrale Fundament für die zukünftige wirtschaftliche Stabilität der Destination. Der Winter ist und bleibt das finanzielle Rückgrat der Unternehmung.**

Der Wintertourismus bringt rund 65 Prozent unseres Geschäfts. Somit ist er das Fundament der BBE AG – und damit auch ein zentraler Pfeiler für Hotels, Restaurants, Skischulen und das Gewerbe in Beckenried, Emmetten und der Region. Genau dieser Pfeiler gerät durch den Klimawandel zunehmend ins Wanken. Für eine langfristige und nachhaltige Existenzsicherung der BBE AG, sind 100 Tage Skibetrieb nötig.

**Risiko „Winter“ reduzieren**
Die Technische Beschneiung sichert die wirtschaftliche Zukunft der Bergbahn. Sie reduziert nicht nur das finanzielle Klumpenrisiko «Winter», sondern auch die Abhängigkeit von natürlichen Schneefällen. Die meteorologischen Voraussetzungen (Kälte) für eine 3-tägige Einschneiung des vorgesehenen Gebietes auf der Klewenalp, waren in den letzten 20 Jahren immer problemlos gegeben.

**Planungssicherheit schaffen**
Eine technische Beschneiung ist kein Luxus, sondern eine Versicherung gegen das Wetter. Sie sorgt dafür, dass der Skibetrieb pünktlich startet und auch in milderen Phasen offen bleibt. Das schafft Planungssicherheit – für die Gäste und für alle Betriebe, die auf verlässliche Saisons angewiesen sind.

**Nur 3 Tage für die Einschneiung**
Wichtig zu wissen: Es geht nicht darum, den ganzen Winter durchgehend Schnee zu produzieren. Ziel ist eine solide Schneegrundlage zu Saisonbeginn – die sogenannte Einschneiung. Drei Tage mit den richtigen Temperaturen reichen für die geplanten 200'000 Quadratmeter. Moderne Anlagen produzieren bereits ab minus zwei Grad Celsius, und die meteorologischen Daten der letzten 20 Jahre zeigen klar: Solche Bedingungen treten auf der Klewenalp (1600 bis 2000 m. ü. M.) regelmässig und verlässlich auf. Technischer Schnee ist zudem dichter und robuster als Naturschnee – er hält länger, auch bei wärmeren Phasen.

**Die Beschneiung „verbraucht“ das Wasser nicht** 
Beschneit werden die Hauptpisten Klewenboden, Ergglen, Junior und Klewenstock samt neuer Trainingspiste sowie der Verbindungsweg ins Ängi-Tal. Das Wasser stammt aus dem Ausgleichsbecken «Napf», das vom Lielibach, Mühlebach und Ischenstollen gespeist wird. Das System verbraucht das Wasser nicht – im Frühling fliesst der Schnee als Schmelzwasser in den natürlichen Kreislauf zurück.

**Zeitplan / Meilensteine**
Baugesuch an Gemeinde Beckenried einreichen: **Q2 2026**
Finanzierung sicherstellen: **Q4 2026**
Bewilligung (Prognose): **Q4 2026**
Geplanter Baubeginn: **Q2 2027**
Inbetriebnahme Teilbereich: **Q4 2027**

**Investitionen**
CHF 13.3 Mio. - Technische Beschneiung (Klewenalp)
CHF 1.8 Mio. - Erweiterung Fahrzeug- u. Infrastrukturhalle (Klewenalp)

 

Kritische Fragen - klare Antworten

Die beiden Verwaltungsratsmitglieder Walti Odermatt (Bauingenieur und Projektleiter Technische Beschneiung) und Alfred Bossard (Finanzspezialist) beantworten kritische Fragen verständlich:

- Investieren die BBE AG wissentlich in eine sterbende Industrie?*Walti Odermatt:* Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht korrekt. Das Skigebiet der Klewenalp liegt auf 1600-2000 Meter über Meer. Klimastudien zeigen, dass Skigebiete auf dieser Höhe bis mindestens 2050 wirtschaftlich betrieben werden können - vorausgesetzt, sie verfügen über technische Beschneiung. Genau das planen wir. Ohne Beschneiung werden wir in schneearmen Wintern grosse Ausfälle haben.
- Die Klewenalp liegt auf nur 1600 Meter — da wird es doch bald gar keinen Schnee mehr geben.*Walti Odermatt:* Technische Beschneiung braucht keine tiefen Temperaturen — moderne Anlagen produzieren ab minus 2 Grad Celsius. Entscheidend ist, dass diese Temperaturen an der Klewenalp gemäss 20-jährigen Messdaten regelmässig und verlässlich auftreten. Das Ziel ist eine 3-tägige Einschneiung zu Saisonbeginn — dann hält der Schneedepot auch bei wärmeren Phasen. Zudem: Wir beschneien die Hauptpisten auf der Klewenalp auf 1600 Meter — nicht das Tal.
- In 20 Jahren ist hier eh kein Skibetrieb mehr möglich — warum jetzt noch investieren?*Walti Odermatt:* Die Investition rechnet sich über einen Zeithorizont von 15 Jahren — bis 2043 ist das Fremdkapital gemäss Plan vollständig abgebaut. Klimaprojektionen für die Zentralschweiz zeigen, dass Skigebiete auf dieser Höhe bis mindestens 2050 wirtschaftlich betrieben werden können, sofern technische Beschneiung vorhanden ist. Die BBE AG ist das einzige Skigebiet im Kanton Nidwalden. Die Konzessionen laufen bis 2040 bis 2058 — das sind Jahrzehnte, in denen das Gebiet betrieben wird. Ohne Beschneiung ist der Betrieb in der Zwischenzeit nicht gesichert.
- Was genau wird gebaut?*Walti Odermatt:* Die erste Ausbauphase umfasst eine Transportleitung für Wasser von der Pumpstation Napf auf die Klewenalp, eine Pump- und Trafostation, Kühltechnologie für die Schneeproduktion, eine Erweiterung der bestehenden Pistenfahrzeughalle sowie Verteilerleitungen und Schneeerzeuger. Das Gesamtsystem beschneit Klewenboden, Ergglen, Junior, Klewenstock inkl. neue Trainingspiste sowie den Verbindungsweg zu Chälen und bis ins Ängi-Tal — zusammen 200'000 Quadratmeter.
- Die BBE AG musste in der jüngeren Vergangenheit wiederholt wegen Schneemangels Teile des Gebiets schliessen. Zeigt das nicht, dass das Gebiet grundsätzlich zu tief liegt?*Walti Odermatt:* Schneemangel ist ein reales und quantifizierbares Risiko, die technische Beschneiung ist die Antwort auf dieses Risiko. Im Winter 2022/23 war das ganze Gebiet fünf Wochen und 2025/26 die Stockhütte für drei Wochen geschlossen. In diesen Zeiten brechen die Erträge massiv ein. Das ist der Grund, warum wir investieren. Die meteorologische Grundlage ist vorhanden: Die nötigen Kältebedingungen zu Saisonbeginn für eine 3-tägige Einschneiung (so lange brauchen wir) der geplanten 200'000 Quadratmeter waren in den letzten 20 Jahren immer gegeben, auch heute noch. Das Schneedepot hält auch bei wärmeren Phasen, denn der technische Schnee ist robuster. Zudem: Wir beschneien die Hauptpisten auf der Klewenalp auf 1600 Meter und höher — nicht das Tal.
- Wie gross ist der konkrete Schaden in einem schneearmen Winter?*Alfred Bossard:* 2022/23, als das ganze Gebiet fünf Wochen wegen Schneemangel geschlossen war, fiel der Winterumsatz von CHF 4.1 Mio. (Vorjahr) auf CHF 3.0 Mio. — ein Einbruch von über CHF 1 Million. 2025/26 musste die Stockhütte drei Wochen wegen Schneemangel schliessen, mit dem Resultat, dass wir rund eine halbe Million Franken weniger Umsatz und 25'000 Ersteintritte weniger generiert haben.
- Skifahren ist ein Auslaufmodell. Warum investiert die BBE AG nicht lieber in Sommerangebote?*Walti Odermatt:* Wir investieren auch in Sommerangebote! Das neue und attraktive Übernachtungsangebot und dem neuen Restaurant des Investors Christoph Schoop ist ein Ganzjahresprojekt. Das Wandern, Mountainbiking und die Familienerlebnisse auf der Klewenalp werden gezielt ausgebaut. Aber: 65 Prozent des Jahresumsatzes der BBE AG werden in der Wintersaison erzielt. Diesen Anteil können wir nicht von heute auf morgen ersetzen. Der Winterbetrieb ist die Finanzierungsgrundlage für alle anderen Projekte. Ohne Schneesicherheit im Winter fehlt das Geld für die Sommerinfrastruktur.
- Wozu braucht die Klewenalp eine Beschneiung? Die grossen Skigebiete sind eine Stunde entfernt - denen können Sie sowieso nicht das Wasser reichen.*Walti Odermatt:* Genau deshalb ist die Beschneiung umso wichtiger. Grosse Gebiete wie Titlis oder Andermatt können wegen ihrer Höhenlage und ihrer Ressourcen schon heute Schneesicherheit bieten. Die Klewenalp muss mit Qualität, Nähe und dem Familienerlebnis punkten - und dafür braucht sie garantierten Schnee zu Saisonbeginn. Unsere Stärke ist die Nähe zu Luzern, Nidwalden und Obwalden. Gäste, die ein unkompliziertes, schönes Bergerlebnis ohne Stau und Anfahrtsstress suchen, sind unsere Zielgruppe - und die kommen nicht, wenn wir geschlossen sind.
- Warum sollen Steuergelder und Korporationsgeld in ein privates Unternehmen investiert werden?*Alfred Bossard:* Die BBE AG ist kein klassisch privates Unternehmen. Die Gemeinden Emmetten und Beckenried sowie die Genossenkorporationen Emmetten und Beckenried sind seit Jahrzehnten Aktionäre. Sie sind bereits investiert. Eine Nichtunterstützung des Beschneiungsprojekt bedeutet nicht, das Geld zu sparen - es bedeutet, den Wert der bereits bestehenden öffentlichen Investitionen zu gefährden. Hinzu kommt: Ohne funktionsfähige Bergbahnen verliert die Region Steuereinnahmen, Arbeitsplätze und die Attraktivität als Tourismusdestination.
- CHF 13.3 Millionen für die Beschneiung — das ist doch überdimensioniert für ein kleines Skigebiet!*Walti Odermatt:* CHF 13.3 Millionen für die erste Ausbauphase (ohne Gebiet Chälen) ist der Preis für eine professionelle, zukunftsfähige Infrastruktur auf 200'000 Quadratmetern Beschneiungsfläche. Das ist vergleichbar mit dem, was mittelgrosse Skigebiete in der Zentralschweiz investieren. Zum Vergleich: Das Wikkelhouse Village, die Ferienwohnungen und das Restaurant kostet rund CHF 10 Millionen — und diese Finanzierung ist bereits vollständig gesichert. Das zeigt, dass erfahrene Investoren den Wert unserer Klewenalp-Stockhütte anerkennen.
- Der Betrieb der Beschneiungsanlage verbraucht doch enorme Wassermengen — wo kommt das Wasser her?*Walti Odermatt:* Das Wasser wird aus dem natürlichen und sehr ergiebigen Bezugsort beim 'Napf' bezogen. Die Pump- und Trafostation befindet sich beim Ausgleichsbecken «Napf», welches vom Lielibach, vom Mühlebach und vom Ischenstollen gespeist wird — das ist eine geprüfte und technisch sinnvolle Lösung, in Zusammenarbeit mit dem Gemeindewerk Beckenried. Das Wasser fliesst im Frühling als Schmelzwasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurück. Das System ist kein offener Kreislauf, der Wasser verbraucht, sondern ein saisonaler Puffer. Die Wassernutzungskonzession wird im Rahmen des Bewilligungs-verfahrens beantragt.
- Ist eine Transportleitung vom Napf auf die Klewenalp nicht ein massiver Eingriff in die Natur?*Walti Odermatt:* Das Ziel ist, die Wasser-Transportleitung mit weiteren Werkleitungen zu kombinieren und gemeinsam zu realisieren. Die Eingriffe aufgrund der Grabarbeiten sind temporär. Im Bereich der Steilstrecke sind vorwiegend temporäre Rodungen erforderlich. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden betroffene Flächen renaturiert. Das Projekt wurde dem Raumplanungsamt, der Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz des Kanton Nidwalden und den Umweltschutzverbänden präsentiert. Das grundsätzliche Verständnis und die wirtschaftliche Notwendigkeit wurden erkannt. Ein Landschaftsarchitekt wird beigezogen, um alle Bauten optimal in das Landschaftsbild zu integrieren.
- Wird Wald gerodet?*Walti Odermatt:* Die Transportleitungen erfordern in einigen Abschnitten Rodungen. Diese sind jedoch grösstenteils temporärer Natur. Das heisst: Nach Abschluss der Installationsarbeiten werden die betroffenen Flächen renaturiert. Wo dauerhaft Bäume entfernt werden müssen, sind gesetzlich vorgeschriebene Ersatzpflanzungen vorgesehen. Der Eingriff ist minimal und steht in keinem Vergleich zu den ökologischen Langzeitfolgen eines wirtschaftlichen Scheiterns der Region.
- Beschneiungsanlagen verbrauchen doch massiv Strom — wie verantworten Sie das ökologisch?*Walti Odermatt:* Moderne Beschneiungsanlagen sind hocheffizient und werden gezielt und zeitlich begrenzt betrieben — nur wenn die Temperaturen stimmen und Schnee gebraucht wird, laufen die technischen Anlagen. Die geplante Bergstation mit Wikkelhouse Village integriert ausdrücklich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Bergstation. Die BBE AG arbeitet aktiv an der Reduktion des eigenen ökologischen Fussabdrucks.
- Wann beginnt der Bau — und was passiert, wenn die Baubewilligung nicht kommt?*Walti Odermatt:* Das Baugesuch soll im Frühsommer 2026 eingereicht werden. Die Finanzierungs-sicherung läuft bereits. Mit der Baubewilligung rechnen wir bis Ende 2026. Baubeginn der ersten Bauarbeiten wäre ab Frühling 2027 angedacht. Das Leitungsnetz könnte ab Frühling 2028 gebaut werden. Wir rechnen mit zwei bis drei Jahren Bauzeit. Das Bewilligungsverfahren läuft parallel zur Finanzierungssicherung. Sollte sich die Bewilligung verzögern, verschiebt sich der Baubeginn entsprechend. Das Projekt ist so strukturiert, dass keine Investitionen getätigt werden, bevor die Baubewilligung und die Finanzierung gesichert sind.
- Das Fremdkapital steigt auf CHF 18 Millionen — das kann die BBE AG doch nie zurückzahlen!*Alfred Bossard:* Die BBE AG hat in den letzten sechs Jahren bewiesen, dass sie Schulden systematisch abbaut: Die Verbindlichkeiten gegenüber der öffentlichen Hand wurden von CHF 6.7 Millionen auf CHF 1.5 Millionen abgebaut — ein Abbau von über 77 Prozent in sechs Jahren. Das neue Fremdkapital für die Investitionen wird gemäss unserer Finanzplanung von CHF 18 Millionen im Jahr 2028 auf CHF 3 Millionen im Jahr 2043 abgebaut — ein klar durchfinanzierter und realistischer Plan über 15 Jahre.
- Wie können Sie garantieren, dass die Kosten nicht explodieren - wie bei jedem öffentlichen Bauprojekt?*Alfred Bossard:* Wir können keine hundertprozentige Garantie geben - das könnte kein seriöser Bauträger. Was wir garantieren: Das Projekt wird etappiert realisiert, mit definierten Budget-Gates pro Phase. Die nächste Etappe wird erst freigegeben, wenn die Finanzierung der aktuellen gesichert ist. Wir arbeiten mit professionellen Planern und einem Kostencontrolling. Zudem ist im Finanzierungsplan ein Puffer von rund 15 Prozent für Unvorhergesehenes einkalkuliert. Das ist eine bewährte Methode im Infrastrukturbau.
- Die Gemeinden Beckenried und Emmetten sind mit 27.6% beteiligt. Wieso werden sie jetzt um zusätzliche Mittel gebeten?*Alfred Bossard:* Die Gemeinden und Korporationen sind nicht nur Aktionäre — sie sind Teil der Schicksalsgemeinschaft Klewenalp. Ihre Beteiligung schützt sie nicht vor dem Risiko des Nichthandelns, sie verpflichtet sie zur Mitgestaltung. Eine Gemeinde, die ihre Aktien gehalten, aber auf Investitionen verzichtet hat, hätte heute ein Unternehmen mit verfallender Infrastruktur. Die Frage ist nicht, ob man zusätzliches Geld gibt — die Frage ist, ob man die bestehende Investition durch Nichthandeln wertlos werden lässt.
- Was passiert, wenn die Gemeinden Nein sagen? Ist das Projekt dann tot?*Alfred Bossard:* Wir sind zuversichtlich, dass die Gemeinden und Korporationen die Notwendigkeit erkennen. Das Projekt ist so konzipiert, dass es auch mit einer anderen Finanzierungsstruktur realisierbar ist - z.B. mit verstärkter privater Beteiligung oder öffentlichen Förderprogrammen. Ausserdem zeigt das Engagement von Investor Christoph Schoop, dass private Investoren bereit sind, in die Klewenalp zu investieren. Ein allfälliges Nein einer Gemeinde ist kein Ende des Projekts, sondern ein Auftrag, die Finanzierung anders zu strukturieren.
- Warum soll die öffentliche Hand via NRP-Gelder Millionen zinslos beisteuern?*Alfred Bossard:* NRP steht für Neue Regionalpolitik des Bundes — ein Bundesinstrument, das gezielt für Infrastrukturprojekte in Bergregionen geschaffen wurde. Die Klewenalp-Stockhütte ist als einziges Skigebiet, welches sich vollständig im Kanton Nidwalden befindet, genau jenes Projekt, für das diese Gelder bestimmt sind. Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Tourismus — all das ist das erklärte Ziel der NRP. Der Kanton wird über die Volkswirtschaftsdirektion aktiv einbezogen.
- Eine Aktienkapitalerhöhung verwässert die bestehenden Aktionäre. Ist das fair?*Alfred Bossard:* Die Aktienkapitalerhöhung ist im genehmigten Kapitalband der Gesellschaft vorgesehen: 11'625 neue Aktien à CHF 250 ergeben CHF 2'906'250, dazu kommen bestehende eigene Aktien der Gesellschaft. Alle bestehenden Aktionäre haben das Bezugsrecht und können bei der Kapitalerhöhung proportional mitziehen. Der interne Wert pro Aktie beträgt rd. CHF 260. Somit findet für die bestehenden Aktionäre praktisch keine Verwässerung statt. Neue Aktionäre erhalten Aktien zum Nominalwert und damit eine Beteiligung an einer wachsenden Infrastruktur.
- An wen will die BBE AG alles herantreten?*Alfred Bossard:* Wir haben eine strukturierte Kontaktliste. Im Wesentlichen sind das die bestehenden Aktionäre, Kanton, Nachbargemeinden, Unternehmen, Private und Verbände. Der Lead für jeden Kontakt ist klar geregelt. Es gibt keine unkoordinierte Ansprache.
- Die BBE AG ist 1990 Konkurs gegangen. Besteht die Gefahr mit diesen grossen Investitionen nicht auch?*Alfred Bossard:* Der Konkurs von 1990 liegt 36 Jahre zurück und hatte eine andere Ausgangslage. Seitdem hat sich die Unternehmung sukzessive und positiv weiterentwickelt. Die Eigenkapitalquote ist von unter 50% auf über 70% gestiegen. Die Schulden gegenüber der öffentlichen Hand wurden von CHF 6.7 Millionen auf CHF 1.5 Millionen abgebaut. Der EBITDA der letzten Jahre ist bei guten Schnee- und Wetterverhältnissen solide und das Management ist professionell, stabil und erfahren. Mit der technischen Beschneiung werden die Ergebnisse in Zukunft weniger grossen Schwankungen unterworfen sein.
- Warum wurde das Projekt jahrelang intern diskutiert, ohne die Bevölkerung zu informieren?*Walti Odermatt:* Grosse Infrastrukturprojekte erfordern zuerst interne Planungs- und Abklärungsarbeit, bevor sie öffentlich kommuniziert werden können. Andernfalls würden halbfertige Ideen und Unsicherheiten kommuniziert, was zu Verwirrung führt. Wir befinden uns jetzt genau in dem Moment, wo das Projekt reif für die öffentliche Diskussion ist - mit konkreten Zahlen, einem Konzept, Kontakten zu Behörden und einem Finanzierungsplan. Transparenz bedeutet nicht, jede Arbeitssitzung zu veröffentlichen, sondern zum richtigen Zeitpunkt vollständig zu informieren.
- Das Bewilligungsverfahren dauert ewig. Haben Sie die Zeit?*Walti Odermatt:* Wir haben die notwendigen Vorabklärungen bereits frühzeitig eingeleitet. Die Präsentation vor der Natur- und Landschaftsschutzkommission fand im November 2025 statt. Die Orientierung der Gemeindebehörden läuft. Das Projekt ist etappiert: Bereits in Phase 1 können erste Schneeerzeuger in Betrieb genommen werden, ohne dass das vollständige Bewilligungsverfahren für den Speichersee abgeschlossen sein muss. Wir handeln schrittweise und pragmatisch.
- Was ist das Worst-Case-Szenario, wenn das Projekt scheitert?*Alfred Bossard:* Ohne Beschneiung ist die BBE AG in schneearmen Wintern wirtschaftlich gefährdet. Wie z.B. die Winter 2019/20 und 2020/21 zeigen, können Schneemangel Millionenausfälle bedeuten. Mittelfristig gefährdet das die Liquidität und letztlich die Existenz der wichtigsten Familienausflugs-Destination des Kanton Nidwaldens. Das bedeutet Verlust von Arbeitsplätzen und das Sterben einer regionalen Infrastruktur, die seit 1932 besteht.
- VR-Mitglieder sind gleichzeitig Gemeindevertreter. Ist das nicht ein Interessenkonflikt?*Alfred Bossard:* Der Verwaltungsrat der BBE AG setzt sich bewusst aus Vertretern der verschiedenen Trägerschaft zusammen - Gemeinden, Korporationen und privaten Aktionären. Diese Struktur ist seit der Gründung der Gesellschaft so gewollt und sichert, dass die Interessen aller Beteiligten im Verwaltungsrat vertreten sind. Entscheide werden transparent und unter Einhaltung des Aktienrechts (Ausstand bei Interessenkonflikten) getroffen.
- Das Projekt wird seit Jahren 'geplant' und nichts passiert. Warum sollen wir jetzt glauben, dass es diesmal klappt?*Walti Odermatt:* Die Frage ist berechtigt. Die Vorbereitungsphase war länger als erhofft, weil wir das Projekt nachhaltig und mit gesicherter Finanzierung angehen wollten - und nicht voreilig. In den letzten Jahren haben wir konkrete Ergebnisse erzielt: Die Natur- und Landschaftsschutzkommission des Kantons NW hat das Projekt geprüft und das Verständnis signalisiert. Die Gemeinde Emmetten hat sich positiv geäussert. Ein privater Investor (Christoph Schoop) hat sich verpflichtet, in die Bergstation zu investieren. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse liegt vor. Wir sind jetzt in der Umsetzungsphase - nicht mehr in der Konzeptionsphase.
- Hat der Verwaltungsrat die Kompetenz, ein solch grosses Infrastrukturprojekt zu führen? Das ist doch eine Bergbahn, kein Baukonzern.*Walti Odermatt:* Der Verwaltungsrat der BBE AG umfasst Mitglieder mit umfangreicher Erfahrung in Recht, Ingenieurwesen, Finanzen und Tourismus. Für die Projektrealisierung werden zudem professionelle externe Fachleute beigezogen: Landschaftsarchitekt, Bauingenieure, Beschneiungsspezialisten, Rechtsanwälte für das Bewilligungsverfahren. Das ist genau das, wie ein gut geführtes Unternehmen Grossprojekte angeht: mit einem kompetenten Auftraggeber (VR) und spezialisierten externen Ausführenden.